Annalena Baerbock – eine Kandidatin wird aufgeplustert

Frau Baerbock ist jetzt offizielle Kandidatin der Grünen für das Amt der Bundeskanzlerin. Sie wäre dort die zweite Frau in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, und da darf man schon fragen, was sie so bisher geleistet hat. Ihre mögliche Amtsvorgängerin ist immerhin diplomierte Physikerin und hat in diesem Fach magna cum laude promoviert.

Der von Frau Baerbock verfasste Lebenslauf für die Unterlagen des Bundestages gibt nicht allzu viel her. DER SPIEGEL hat am 23. April 2021 einen Baerbock-Fan-Artikel geschrieben, in welchem er sie gleich in der 11. Zeile als „Politikwissenschaftlerin mit Völkerrechtsabschluss“ bezeichnet.

Das liest sich bedeutend. Stimmt es denn auch?

Nee, so sicherlich nicht!

Frau Baerbock hat in den Jahren 2000-2003 bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung als freie Mitarbeiterin gearbeitet und nebenbei bis 2004 an der Universität Hamburg Politikwissenschaften und öffentliches Recht studiert. Einen Abschluss hat sie nicht gemacht. Sie bezeichnet sich außerdem als Doktorantin des Völkerrechts an der Freien Universität Berlin, hat ihre Promotion aber bislang nicht abgeschlossen. 2005 war sie Trainee beim britischen Institut für vergleichendes und Völkerrecht.

Ist sie damit eine „Politikwissenschaftlerin“? Nach dem allgemeinen deutschen Sprachgebrauch (DWDS, Duden u. a.) nicht. Dafür müsste sie eine abgeschlossene Hochschulbildung haben und, durchaus auch privat, in Forschung oder Lehre tätig sein.

Da hat DER SPIEGEL sie also schon etwas aufgeplustert.

Im Jahr 2004-2005 hat sie ein Jahr lang an der außerordentlich renommierten und gerade für die Rechtswissenschaft bedeutenden englischen Universität LSE (London School of Economics and Political Science) an einem Master-Kurs teilgenommen und diesen mit dem Titel „LLM“ (Master of Laws) abgeschlossen; das bezeichnet DER SPIEGEL als „Völkerrechtsabschluss“.

Wir haben uns schon gewundert, dass es Frau Baerbock offenkundig gelungen ist, an der Freien Universität einen Doktorvater zu finden, bei dem sie promovieren darf, ohne ein abgeschlossenes Studium vorweisen zu können. Das ist einigermaßen ungewöhnlich, aber nicht ganz unmöglich – Beziehungen schaden eben nur dem, der sie nicht hat!

Noch merkwürdiger aber ist der Masterabschluss an der LSE. Der setzt nämlich eigentlich voraus, dass der Teilnehmer zunächst einmal einen Studienabschluss in Rechtswissenschaften hat, und zwar üblicherweise mit sehr guten Noten. Es gibt zwar die seltene Möglichkeit, dass Studenten ohne rechtswissenschaftlichen Hintergrund am LLM-Programm teilnehmen, aber dann müssen sie einen hohen Grad von beruflicher oder akademischer Erfahrung auf dem Studium verwandten Gebieten nachweisen. Da Frau Baerbock, wie wir wissen, keinen Abschluss hat, ist es ihr offenkundig gelungen, der LSE darzutun, dass sie eine überdurchschnittliche völkerrechtliche Erfahrung, Ausbildung oder Praxis hatte.

Wie gesagt: Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat.

Die Masterarbeit von Frau Baerbock ist leider bei der LSE nicht mehr auffindbar, ihr genauer Titel auch nicht. Sie hat sie aber auf dem Gebiet einer Vorlesungsreihe geschrieben, die da heißt:“ The International Law of Armed Conflict and the Use of Force” oder auf deutsch: “Das Völkerrecht für bewaffnete Konflikte und die Anwendung von Gewalt”.

Ist das ein Völkerrechtsabschluss?

Naja – das gesamte Völkerrecht als solches geht natürlich erheblich weiter, aber nennen kann man diese Masterarbeit mit sehr gutem Willen so gerade mal.

Aber etwas aufgeplustert ist das schon, oder?

Damit wir uns richtig verstehen: wir haben nicht das Geringste gegen Frau Baerbock und haben zudem nicht die Absicht, uns zu ihr als Politikerin, als Person und vor allem als Kanzlerkandidatin zu äußern, weder positiv noch negativ. Wir meinen nur, dass es ebenso unnötig oder sogar schädlich ist, eine Kanzlerkandidatin aufzuplustern und damit den Eindruck zu erwecken, sie scheine mehr als sie ist – genauso unnötig oder gar schädlich, wie es ist, eine Kandidatin mit falschen oder ungenauen Schilderungen herunterzumachen.

„Mehr sein als scheinen“ ist allemal besser als „mehr scheinen als sein“ eben!

Oder?

Ihr

Dr. Wolfgang Lipps

(ehemals, u. a. Postgraduate der LSE)

7 Gedanken zu „Annalena Baerbock – eine Kandidatin wird aufgeplustert

  • 29. April 2021 um 14:03
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    Blender und Nichtskönner haben einen ausgeprägten Machthunger und einen Drang zum Absolutismus . mit ihrer Hemmungs- und Schamlosigkeit beeindrucken sie die 90 % der bildungsferneren und der studierten erfolglosen Bevölkerung

  • 1. Mai 2021 um 10:16
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    Lieber Wolfgang,
    wir dürfen uns alle sehr herzlich willkommen fühlen im
    Ausbildungsbetrieb und Experimentierclub des Bundeskanzleramts
    der Bundesrepublik Deutschland.

    Deinen Text würde ich gerne in meinem FB-Account posten – darf
    ich das TUN…???

    Herzliche Grüße,

    Reinhard Weihmann.

  • 1. Mai 2021 um 10:18
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    Lieber Wolfgang,

    Und auch das passt zu der von unseren Medien so „ge-hypten Farbe Grün“:

    Das grüne Wahlprogramm:
    -bundesweiter Mietendeckel,
    – Basis für Mietspiegel nicht mehr die letzten 6, sondern die letzten 20 Jahre,
    – Mieterhöhungen nur bis 2,5% p.a. bis Mietspiegel,
    – Solarpflicht auf Dächern in Neubau und Bestand,
    – energetischer Sanierungszwang auf KfW55 bei Eigentümerwechsel,
    – Begrenzung der Modernisierungsumlage,
    – Verbrennerzulassungsverbot ab 2030,
    – Umwandlungsverbot, Milieuschutz/Sanierungsverbot,
    – Mietaussetung bei krisenbedingten Einkommensausfall,
    – halböffentliches Immobilienregister,
    – höhere Grunderwerbsteuer für große Gesellschaften,
    – Bestellerprinzip und max. 2% Maklercourtage,
    – Bodenfonds,
    – keine Sanktionen mehr bei Hartz4,
    – Ausländerquote und Mehrsprachigkeit in der Verwaltung,
    – Bleiberecht und Einbürgerung für jeden der 5 Jahre hier ist,
    – Wahlalter 16,
    – Verfassungsschutz quasi abschaffen,
    – 1% Vermögensteuer ab 2m,
    – 45%/48% Steuersatz ab 100k/250k,
    – Abschaffung der Abgeltungsteuer (dann persönlicher Steuersatz),
    – Verbot aller Schusswaffen in Privathaushalten,
    – Erhöhung von Hartz4 durch ein Energiegeld das von den Besserverdienenden getragen wird.
    Wer’s nicht glaubt, schaue bitte bei: https://lnkd.in/dC7g_c2

  • 5. Mai 2021 um 17:57
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    NUR DIE DÜMMSTEN KÄLBER waehlen Ihren Metzger selber,dies ist für die Grünwalder gedacht.

  • 7. Mai 2021 um 12:57
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    Lieber Wolfgang Lipps,
    Vielen Dank für den informativen und sehr gut recherchierten Artikel
    Beste Grüße,
    Wolfgang Zumbrink

  • 11. Mai 2021 um 9:20
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    Zunächst ♥️ lichen Dank für den Einblick in die Bildung dieser Frau!
    Sicherlich hat sie sich durch ihre hektische Art durchboxen können, aber als Schnattergans verbreitet sie so viel Unwissen , dass man ihr Schnellsprechen schon für unmöglich empfindet – und dessen Inhalt bei der heutigen Bildung in der Gesellschaft kaum verständlich rüberkommt! Diese Dame ist eine Gefahr für Deutschland 🇩🇪!

  • 12. Mai 2021 um 7:39
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    Die Jahresgebühr für ein Studium an der LSE liegt aktuell bei ca 22 Tausend €. Sie wissen es besser.
    Es ist schon von öffentlichem und von besonderem Interesse von Studierenden und damit Zahlern der LSE, wie jemand ohne juristischen Abschluss an einen LLM-Studienplatz kommen kann? Welche krummen Kanäle gibt es dort eventuell?

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