Berlin: ein Ampelmännchen namens Müller

Effekthascherei: lieber Steuergeld verschwenden als sinnvoll verwenden!

Berlin ist, wie jeder weiß, eine hochverschuldete Stadt – inzwischen mit 63,5 Milliarden EURO ziemlich weit vorn vor den meisten Bundesländern. Nur Laschets NRW liegt noch weit drüber.

Und es hapert auch in Berlin an allen Ecken und Enden: marode Straßen, marode Brücken, Schmalhans bei Brunnen und Gärten, kein Kongresszentrum mehr, Coronahilfen mehr als schleppend, Flughafen am Rande der Insolvenz, Wohnungsbau im Keller – dem Mietendeckel sei Dank – usw. usf.

Arm, aber nicht mehr so sexy!

Aber für Blödsinn ist immer noch Geld da!

Autofahrer haben sich schon daran gewöhnt, dass sie bei Rot-Rot-Grün – der Herr bewahre uns im Bund vor diesem Farbenmix! – schlechte Karten haben. Senat und Bezirke lieben Radfahrer, malen ihnen allerorts neue Radwege auf die Straßen, auf denen Autofahrer militant verfolgt werden, und schenken ihnen sogar temporäre Radstreifen, sog. „Pop-up-Bike-Lanes“.

Fußgänger lieben die Berliner Politiker auch!

Erster Streich: Die Blinke-Ampel.

2012 hat der Verkehrssenator – der hieß damals Michael Müller (SPD) – neue Fußgängerampeln ausprobiert. Die waren so geschaltet, dass das Rotlicht auch blinken konnte. So sollte der Fußgänger darauf hingewiesen werden, dass er in Kürze die Fahrbahn verlassen muss. Die Reihenfolge sah so aus: Erst steht die Fußgängerampel auf Grün. Dann springt sie auf Rotblinkend um. Dann schaltet sie ganz auf Rot.

Das hat die Berliner Fußgänger mächtig verwirrt. Der Grund: die blinkten falsch!

Die Vorbilder für Berlins neue Fußgängerampeln standen und stehen nämlich seit vielen Jahren in London und Washington. Dort blinken die Ampeln am Ende der Grünphase in der grünen Farbe. Dann erst springen sie auf Rot um. Das wirkt entspannend. Das blinkende Grün warnt vor, setzt aber noch niemanden unter Stress.

Gut gemeint und schlecht gemacht, Herr Verkehrssenator!

Doch der zweite folgt sogleich! Berlin testet „Count-Down“-Ampeln

Am Fehrbelliner Platz in Wilmersdorf hängen jetzt Ampeln mit eingebautem Zebrastreifen: Der rote Ampelmann erscheint – und gleichzeitig schaltet sich das darunter hängende Signal im Stil eines Mini-Zebrastreifens ein. Die weißen Streifen erlöschen nacheinander und zeigen dadurch an, wie viel Zeit den Fußgängern zum Queren der Straße bleibt. Das soll die Verkehrssicherheit erhöhen und auch Autofahrern nützen. Soweit zur Theorie, sie stammt vom Senat. Der hat nämlich 39 dieser so genannten „Count-Down“-Ampeln an drei Berliner Kreuzungen angeschaltet.

90.000 Euro wurden investiert. Aus Steuergeldern, natürlich!

„Das Countdown-Signal wird sicher deutlicher sein als das blinkende“, sagt der, der schon vor 8 Jahren die Ampeln falsch blinken ließ, nämlich Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD).

Teurer Blödsinn!

Die richtig blinkende grüne Ampel ist sinnvoll. Sie zeigt an, dass man sich beeilen muss, weils gleich rot wird. Die rot blinkende Ampel ist Quatsch. Sie verwirrt und verleitet Geronten zum Sprint!

Richtig blöd aber sind die Zebrastreifen-Ampeln. Sie sind unverständlicher als grünes Blinken, dafür aber sauteuer. Und sie verleiten sportliche Menschen – davon gibt’s gerade im Straßenverkehr mehr als wünschenswert – zum Sprint über die Fahrbahn, weil man im Gegensatz zum grünen Blinken jetzt genau sehen kann, wieviel Zeit man noch hat.

Sehr erzieherisch!

Also, Landesrechnungshof und Bund der Steuerzahler und Opposition und Presse – auf sie mit Gebrüll!

Ihr

Dr. Wolfgang Lipps

Bilder: Tagesspiegel