{"id":430,"date":"2021-12-21T14:13:23","date_gmt":"2021-12-21T14:13:23","guid":{"rendered":"https:\/\/juni-consult.de\/?p=430"},"modified":"2021-12-22T22:37:03","modified_gmt":"2021-12-22T22:37:03","slug":"gendergutachten-6000-e-steuergeld-zum-fenster-rausgeschmissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juni-consult.de\/?p=430","title":{"rendered":"Gendergutachten: 6000 \u20ac Steuergeld zum Fenster rausgeschmissen!"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u201eGendern\u201c \u2013 was ist das eigentlich?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die <strong>deutsche Sprache<\/strong> ist urspr\u00fcnglich nicht <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gendern\">geschlechtergerecht<\/a><\/strong>, d. h. sie verwendet oft nur m\u00e4nnliche Ausdrucksformen (das sog. \u201e<strong>generische Masculinum<\/strong>\u201c), wobei aber <strong>auch Frauen<\/strong> gemeint sind. \u201e<strong><em>Der W\u00e4hler<\/em><\/strong>\u201c hat entschieden, \u201e<strong><em>die B\u00fcrger<\/em><\/strong>\u201c erwarten dies und das, und \u201e<strong><em>die Beamten<\/em><\/strong>\u201c kriegens mal wieder nicht gebacken. Die <strong>W\u00e4hlerinnen<\/strong>, <strong>B\u00fcrgerinnen<\/strong> und <strong>Beamtinnen<\/strong> sind einfach <strong>mitgemeint<\/strong>, aber kommen halt nicht vor. Und die sog. \u201e<strong>Andersgeschlechtlichen<\/strong>\u201c erst recht nicht; obwohl die im <strong>Personenstandsregister <\/strong>jetzt ein <strong>\u201ed\u201c<\/strong> (divers) kriegen, neben dem \u201em\u201c (m\u00e4nnlich) und dem \u201ew\u201c (weiblich), und sogar <strong>eigene <\/strong><a href=\"https:\/\/www.queerreferat-aachen.de\/index.php\/de\/startseite\/inhalte\/78-gendergerechte-toilet-ten#:~:text=Gendergerechte%20Toiletten%3A%20Gendergerechte%20Toiletten%20sind%20so%20aufgebaut%2C%20dass,herk%C3%B6mmlichen%20Toiletten%20mit%20der%20%E2%80%9Em%C3%A4nnlichen%E2%80%9C%20und%20%E2%80%9Eweiblichen%E2%80%9C%20Toiletten.\"><strong>Toiletten<\/strong> <\/a>\u2013 wie immer die auch aussehen m\u00f6gen (?).<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Sprache haben (zun\u00e4chst) Frauen <strong>beanstandet<\/strong>, sicherlich zu Recht. Denn nach erheblichen Diskussionen hat auch der Gesetzgeber eingesehen, dass, aus einer Vielzahl von Gr\u00fcnden, die Sprache unbedingt die geschlechtliche Vielfalt der Menschen aufnehmen und wiedergeben muss. Das kann man aus dem <strong>Gleichheitsgrundsatz<\/strong> des <strong>Art. 3 Grundgesetz<\/strong> und dem <strong>Pers\u00f6nlichkeitsrecht <\/strong>des <strong>Art. 2<\/strong> herleiten und in vielf\u00e4ltiger Weise gesellschaftlich und linguistisch begr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls bestimmen jetzt etliche <strong>Gesetze<\/strong>, dass auch die Sprache <strong>geschlechtergerecht<\/strong> sein muss. Das <strong><a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgleig_2015\/BJNR064300015.html\">Bundesgleichstellungsgesetz <\/a><\/strong>sagt w\u00f6rtlich in <strong>\u00a7 4<\/strong> <strong>Abs. 3<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>Die Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Bundes, die Dienstvereinbarungen der Dienststellen sowie die Satzungen, Vertr\u00e4ge und Vertragsformulare der K\u00f6rperschaften, Anstalten und Stiftungen <strong>sollen<\/strong> die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern auch sprachlich zum Ausdruck bringen. Dies gilt auch f\u00fcr den Schriftverkehr.<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>\u201e<strong>Sollen<\/strong>\u201c hei\u00dft&nbsp; hier nat\u00fcrlich \u201e<strong>m\u00fcssen<\/strong>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Genderstern<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>In diesem <strong><a href=\"https:\/\/juni-consult.de\/?p=367\">Juni-Blog<\/a><\/strong> haben wir uns am <strong>28. Februar 2021 <\/strong>\u00fcber das Gendern l<strong>ustig gemacht<\/strong>, genauer, \u00fcber die Verwendung des sogenannten \u201e<strong>Gendersterns<\/strong>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>Die&nbsp;<strong>B\u00fcrger*innen&nbsp;<\/strong>haben es satt, an Leib und Gut von&nbsp;<strong>Einbrecher*innen<\/strong>,&nbsp;<strong>Betr\u00fcger*innen<\/strong>,&nbsp;<strong>Wirtschaftsstraft\u00e4ter*innen<\/strong>, ja sogar&nbsp;<strong>Kartentrickser*innen<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Umwelts\u00fcnder*innen<\/strong>&nbsp;gesch\u00e4digt zu werden. Das trifft jeden von uns, und jede auch! Dem schieben unsere&nbsp;<strong>Politiker*innen&nbsp;<\/strong>jetzt einen Riegel vor und sagen&nbsp;<strong>Verbrecher*innen<\/strong>&nbsp;und sonstigen&nbsp;<strong>B\u00f6sewicht*innen<\/strong>&nbsp;(geht das? B\u00f6sewichtinnen?) den Kampf an!<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong><em>So wird die sch\u00f6ne deutsche Sprache zunehmend versaut<\/em><\/strong><em>&nbsp;\u2013 als ob wir keine anderen Sorgen h\u00e4tten.<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hannover mal ganz vorn!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Landeshauptstadt Hannover findet Gendern erkennbar nicht nur lustig, sondern h\u00e4lt es f\u00fcr eine <strong>Verpflichtung der Beh\u00f6rden<\/strong>. Sie hat deshalb am <strong>18. Januar 2019<\/strong> eine <em><strong>&#8222;<a href=\"https:\/\/www.hannover.de\/Leben-in-der-Region-Hannover\/Verwaltungen-Kommunen\/Die-Verwaltung-der-Landeshauptstadt-Hannover\/Gleichstellungsbeauf%C2%ADtragte-der-Landeshauptstadt-Hannover\/Aktuelles\/Regelung-f%C3%BCr-geschlechtergerechte-Sprache\">Empfehlung <\/a>f\u00fcr eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache&#8220;<\/strong><\/em> herausgegeben. \u201e<em>Mit Zustimmung des Oberb\u00fcrgermeisters und der Dezernent*innenkonferenz wird mit diesen neuen <strong>Regelungen<\/strong> die aus dem Jahr 2003 stammende \u201eEmpfehlung f\u00fcr eine zeitgem\u00e4\u00dfe, Frauen und M\u00e4nner angemessen ber\u00fccksichtigende Verwaltungssprache\u201c abgel\u00f6st.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Regelungen <\/strong>(die also nicht nur Empfehlungen, sondern <strong>Gebote<\/strong> sind) enthalten neben <strong>akzeptablen <\/strong>und einigerma\u00dfen <strong>ulkigen <\/strong>Vorgaben auch Angaben zur Verwendung des <strong>Gendersterns<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Akzeptabel <\/strong>ist sicherlich die sog. \u201e<strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gendern\">Beidnennung<\/a><\/strong>\u201c (Paarform), also \u201eLehrerinnen und Lehrer\u201c oder \u201eB\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger\u201c;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Ulkig <\/strong>sind so Sprachvorschl\u00e4ge wie \u201e<strong>Redepult<\/strong>\u201c statt \u201e<strong>Rednerpult<\/strong>\u201c \u2013 aber wahrscheinlich sind die <strong>hannoveranerischen Rednerinnen <\/strong>ein bisschen <strong>kleinlich<\/strong>;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Genderstern in Hannover<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eEine geschlechtsumfassende Ansprache ist nicht immer m\u00f6glich. In diesen F\u00e4llen gilt es den Genderstar zu nutzen. Der Genderstar, dargestellt durch ein Sternchen* zwischen der maskulinen und femininen Endung dient als sprachliches Darstellungsmittel aller sozialen Gechlechter und Geschlechtsidentit\u00e4ten.<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>Der Ingenieur \/ die Ingenieurin&nbsp;&nbsp; &#8211;&nbsp;&nbsp; der*die Ingenieur*in<\/em><\/p><p><em>(in solchen F\u00e4llen wird der Genderstar auch zwischen den Artikeln gesetzt, um auf die Vielfalt der Geschlechter hinzuweisen.)\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Nicht nur <strong>ulkig<\/strong>, sondern, jedenfalls unserer Meinung nach, <strong>bl\u00f6d <\/strong>ist die Anweisung, anstatt \u201e<em>liebe Kolleginnen und Kollegen<\/em>\u201c immer zu schreiben (und zu sagen \u2013 mit kleinem <strong>Schluckauf <\/strong>im Wort):<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>\u201eLiebe Kolleg*innen\u201c.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Diese <strong>Sternchen-Anweisung<\/strong> hat, wie eigentlich die ganze Empfehlung, zu <strong><a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/hannover_weser-leinegebiet\/Gendergerechte-Sprache-Gutachten-bekraeftigt-Hannovers-Weg,gendern112.html\">Widerspruch <\/a><\/strong>und <strong>Widerstand <\/strong>gef\u00fchrt. Das ist nicht verwunderlich, weil das <strong>Gendern insgesamt<\/strong>, vor allem aber die Verwendung der <strong>Genderzeichen Stern<\/strong>, <strong>Schr\u00e4gstrich <\/strong>und <strong>Doppelpunkt <\/strong>sowie <strong>Gro\u00dfbuchstabe <\/strong>mitten im Wort, von den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern (also von den <strong>B\u00fcrger*innen <\/strong>bzw. <strong>B\u00fcrger:innen<\/strong> bzw. <strong>B\u00fcrgerInnen<\/strong>) \u00fcberwiegend <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/gendergerechte-sprache-mehr-als-zwei-drittel-wollen-keine-zuhoerer-innen\/27216506.html\">abgelehnt<strong> <\/strong><\/a>wird.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eDie Mehrheit der Deutschen lehnt damit Formulierungen wie \u201eZuh\u00f6rende\u201c statt \u201eZuh\u00f6rer\u201c und die Nutzung des gro\u00dfen Binnen-I (\u201eW\u00e4hlerInnen\u201c) in der Schriftsprache ebenso ab wie eine Pause vor der zweiten Worth\u00e4lfte (\u201ePendler_innen\u201c) in der gesprochenen Sprache. Frauen bewerten die gendergerechte Sprache insgesamt positiver als M\u00e4nner, dennoch stieg bei ihnen die Ablehnung von 52 auf 59 Prozent\u201c.<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Rettung: ein Gendergutachten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Am 16. Dezember 2021 berichtet der <strong>NDR<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eVor drei Jahren f\u00fchrte die Landeshauptstadt Hannover in der Verwaltung gendergerechte Sprache und Genderstern ein. Daraufhin gab es viel Kritik. Ein <a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Admin\/Downloads\/Gutachten-Genderstar-Amtssprache_Lembke_Dezember2021%20(5).pdf\">Rechtsgutachten <\/a><\/em> <em>best\u00e4tigt nun das Vorgehen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Hannover <a href=\"HTTPS:\/\/WWW.HANNOVER.DE\/SERVICE\/PRESSE-MEDIEN\/LANDESHAUPTSTADT-HANNOVER\/AKTUELLE-MELDUNGEN-UND-VERANSTALTUNGEN\/GUTACHTEN-BEST%C3%A4TIGT-GENDERSTAR-VERWIRKLICHT-VERFASSUNGSAUFTRAG\">selbst <\/a><\/strong>l\u00e4sst sich frohgemut in Internet wie folgt ein:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<strong>Geschlechtergerechte Sprache<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Admin\/Downloads\/Gutachten-Genderstar-Amtssprache_Lembke_Dezember2021%20(5).pdf\">Gutachten <\/a>best\u00e4tigt: Genderstar verwirklicht Verfassungsauftrag<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Die Verwaltungsarbeit der Landeshauptstadt Hannover ist rechtskonform, wenn die geschlechtsumfassende Sprache inklusive des Gendersterns verwendet wird. Das ergab ein Rechtsgutachten einer Professorin der Rechtswissenschaften von der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin, das am 16. Dezember&nbsp;ver\u00f6ffentlicht wurde. Die Stadt hatte das Gutachten beauftragt.\u201c<\/h6>\n\n\n\n<p>Das <strong>Gutachten <\/strong>hat die <strong>Frau Professorin Dr. Ulrike Lembke<\/strong> erstattet, die den Lehrstuhl f\u00fcr \u00d6ffentliches Recht und Geschlechterstudien der Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte der Juristischen Fakult\u00e4t der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin innehat.<\/p>\n\n\n\n<p>Es hat den Titel:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geschlechtergerechte Amtssprache<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zur Einsch\u00e4tzung der Rechtswirksamkeit von Handlungsformen der Verwaltung bei Verwendung des Gendersterns oder von geschlechtsumfassenden Formulierungen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hannover hat daf\u00fcr <strong>\u20ac 6.000,00 <\/strong>bezahlt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pseudo-rechtliches Gutachten gegen Pseudo-generisches Masculinum?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn man sich so die <strong><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article235693266\/Hannover-Rechtsgutachten-sieht-Gendern-als-Pflicht-der-Behoerden.html\">Pressestimmen <\/a><\/strong>und sonstigen <strong>Kommentare <\/strong>im Internet ansieht, dann gewinnt man den Eindruck, Frau Prof. Lembke h\u00e4tte <strong>rechtlich einwandfrei dargelegt<\/strong>, dass eine <strong>Rechtsverpflichtung <\/strong>zur <strong>Verwendung des Gendersterns<\/strong> aufgrund des Gleichheitsgebots der Verfassung bestehe.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das hat sie aber nicht!<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Das Gutachten hat <strong>123 Seiten<\/strong> und insgesamt <strong>436 Fu\u00dfnoten<\/strong>. Es enth\u00e4lt auf den <strong>ersten rund 10<\/strong>0 Seiten die jedem einigerma\u00dfen bewanderten Juristen bekannten <strong>Binsenwahrheiten<\/strong>, die l\u00e4ngst schon <strong>Binsenrechtsregeln <\/strong>sind \u2013 s. Sprachgebot im <strong>Gleichstellungsgesetz<\/strong>. Die juristischen Herleitungen sind <strong>nicht immer sauber<\/strong>, zumindest diskussionsw\u00fcrdig, wie die Heranziehung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur sog. \u201eDritten Option\u201c. Auch findet man gelegentlich <strong>polemische Ausf\u00fchrungen<\/strong>, die in einem Rechtsgutachten nichts zu suchen haben, weil sie <strong>fehlenden Abstand <\/strong>zum Gegenstand des Gutachtens indizieren. Die <strong>Argumente <\/strong>rund um das Gendern werden <strong>ausgewalzt<\/strong>, aber durchaus <strong>selektiv<\/strong>, Gegenargumente werden herabgew\u00fcrdigt, rechtliche Schlussfolgerungen sind nicht immer zwingend \u2013 kurzum: man \u201e<strong><em>merkt die Absicht\u2026<\/em><\/strong>\u201c ( &#8222;Torquato Tasso&#8220;, Johann Wolfgang von Goethe (II,1).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das rechtliche Ergebnis dieses Gutachtens<\/strong> fasst Hannover selbst v\u00f6llig richtig zusammen wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><em>Der Expertise zufolge entfalten Auffassungen des Deutschen Rechtschreibrates keinerlei Einfluss auf die Rechtswirksamkeit und Verbindlichkeit des Verwaltungshandelns. Die Rechtschreibregelungen h\u00e4tten eine reine Ordnungsfunktion. Die Regelungen zu geschlechtergerechter Verwaltungssprache dienten dagegen der Konkretisierung von Grundrechten und der Aktualisierung der Gesetzesbindung der Verwaltung. Folglich sei aus rechtlicher Sicht die geschlechtergerechte Amtssprache inklusive des Gendersterns nicht irregul\u00e4r, sondern garantiere &#8222;verfassungskonformes staatliches Sprachhandeln&#8220;&nbsp;im demokratischen Rechtsstaat.<\/em><\/h5>\n\n\n\n<p><strong>Oder mit anderen Worten<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gendern ist nicht rechtswidrig, sondern zul\u00e4ssig. Das gilt auch f\u00fcr den Genderstern, den die Verfasserin des Gutachtens f\u00fcr sinnvoll und w\u00fcnschenswert h\u00e4lt \u2013 eine Rechtspflicht zu seiner Verwendung aber gibt es nicht!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Meinung schon immer!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aber:<\/h2>\n\n\n\n<p>Wir haben starke <strong>Bedenken<\/strong>, ob eine Beh\u00f6rde ihre Mitarbeiter, wie in Hannover geschehen, <strong>anweisen <\/strong>kann, <strong>zu gendern<\/strong>, vor allem aber den <strong>Genderstern <\/strong>zu benutzen. Unser Sprachstil ist ein fester Bestandteil der <a href=\"https:\/\/www.telefontraining-claudiafischer.de\/sprache-als-ausdruck-der-persoenlichkeit\/\">Pers\u00f6nlichkeit<\/a>. &#8222;Der Mensch&nbsp;ist Mensch nur durch Sprache.&#8220; &#8211;&nbsp;<em><a href=\"https:\/\/www.quotez.net\/german\/johann_gottfried_von_herder.htm\">Johann Gottfried von Herder<\/a><\/em>. &#8222;Das Menschlichste, was wir haben, ist doch die Sprache.&#8220; &#8211;&nbsp;<em><a href=\"https:\/\/www.quotez.net\/german\/theodor_fontane.htm\">Theodor Fontane<\/a><\/em>. <strong>Gendersterne <\/strong>und andere Hilfszeichen mitten im Wort werden bisher von der Mehrzahl der Menschen deutscher Sprache  <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/grosse-mehrheit-laut-umfrage-gegen-gendersprache-17355174.html\">abgelehnt<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir meinen deshalb, dass Hannover die Mitarbeiter <strong>nicht zwingen<\/strong> <strong>kann<\/strong>, den &#8222;<strong><em>Genderstar<\/em><\/strong>&#8222;, wie er dort genannt wird, anzuwenden. Etwas anderes gibt auch das Gutachten nicht her.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>R\u00e9sum\u00e9 mithin:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Au\u00dfer Spesen nix gewesen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Wolfgang Lipps<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGendern\u201c \u2013 was ist das eigentlich? 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